DER EISIGE BEGLEITER

Vielleicht ist Leben aus dem All viel näher, als wir immer dachten. Nicht in den Tiefen des Universums, dort, wo die Kepler-Sterne von vermeintlich bewohnbaren Planeten umkreist werden. Sondern hier bei uns, in der unwirtlichen Umgebung des Saturnmondes Enceladus.

 

Der Mond ist zunächst einmal relativ klein. Mit nur 500 Kilometern Durchmesser füllt er nicht einmal Deutschland aus. Seine Oberfläche ist gerade mal so groß wie England und Frankreich zusammen. Er ist komplett mit Eis überzogen und auf seiner Oberfläche herrschen Temperaturen von -200° C. Da macht man schon mal das Fenster zu.

Doch dieser Mond hat eine Besonderheit. In der Südpolregion gibt es Wärmezonen, die stark genug sind, um das Wasser unter der Oberfläche zu verflüssigen. Ein unterirdischer Ozean, dessen Wasser regelmäßig durch lange Spalten in der Oberfläche – den Tigerspalten – geysirartig ins Weltall hinaus sprüht. Diese kryovulkanische Aktivität versorgt den E-Ring des Saturns mit Material. Die Raumsonde Cassini konnte 2008 bei einem gewagt nahen Vorbeiflug von nur 23 Kilometern genau durch einen solchen Ausstoß fliegen und die chemische Zusammensetzung analysieren. Und siehe da: Enceladus erfüllt einige der wichtigsten Kriterien für Leben: Wärme, flüssiges Wasser, und organische Chemikalien.

WO IST ENCELADUS?

In unserem Sonnensystem gibt es 8 Planeten. Tatsächlich waren es einmal 9, bis sich Pluto ganz außen als Teil eines Asteroidengürtels herausstellte. In diesem Gürtel gibt es hunderte anderer Objekte in der Größe des Plutos. Ihnen allen den Status eines Planeten zu geben, erschien unangemessen. Der Einfachheit halber verlor der neunte Planet also seinen Status. Jetzt haben wir 8.

 

Saturn, der Planet, um den Enceladus kreist, ist etwa in der Mitte zwischen dem äußersten Planet (Neptun) und der Sonne. Um den Saturn kreist Enceladus etwas außerhalb der deutlich sichtbaren Ringe im unscheinbareren E-Ring, auch Enceladus-Ring genannt. Diesen versorgt Enceladus mit Material: Wassereis zum Beispiel.

Um den Saturn und seine Monde genauer zu untersuchen, wurde im letzten Jahrhundert die Cassini-Huygens-Sonde auf ihre lange Reise geschickt. 2008 konnte die Sonde durch einen Geysir-Ausbruch von Enceladus fliegen. Dort wurde gemessen, was da so in den E-Ring geschossen wird.

 

Es stellte sich heraus, dass auf Enceladus (wie auf Europa und Titan zum Beispiel auch) recht gute Bedingungen für Leben sind. Im extraterrestrischen Ozean unter der Eisdecke von Enceladus wird eine Umgebung vermutet, in der sich spezialisierte Lebensformen entwickelt haben könnten.

 

Um dies genauer heraus zu finden, bedarf es allerdings einer Landung auf dem Mond. Mit dem richtigen Equipment.

ERKUNDUNG DES EXTRATERRESTRISCHEN OZEANS

 

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ENCELADUS (SATURN)

Der verborgene, unterirdische (oder eher unterenceladische) Ozean birgt Raum für Phantasie. Könnte dort, im Wasser des Saturnmondes, organisches Leben sein?Bakterien, die den Temperaturen trotzen?

 

Oder hat sich vielleicht im Laufe der Jahrmillionen mehr entwickelt? Einfache Lebewesen, die sich im Dunkel des extraterrestrischen Ozeans den unwirtlichen Lebensbedingungen angepasst haben?

 

Da das Ökosystem von Enceladus von der Größe her überschaubar ist, liegt die Vermutung nahe, dass auch die Lebewesen nicht besonders groß wären. Einen Wal würde man dort wohl eher nicht finden.

Mehrere kleine Arten könnten sich dennoch entwickelt haben. Am wärmeren Grund des Ozeans wäre außerdem eine einfache Flora denkbar, die den Anfang der Nahrungskette darstellt.

 

Um diesen Thesen nachzugehen, bräuchte die Wissenschaft eine robuste Sonde, die sowohl die Reise zu Enceladus übersteht als auch nach einer ruppigen Landung in der Lage ist, eine Bohrung in das Eis vorzunehmen, um darunter in das Wasser abzutauchen und autark eine Erkundung vorzunehmen.

 

Hier auf der Erde ist das alles bereits möglich. Aber eine Expedition in die unerforschten Bereiche des Weltalls bedeutet immer noch eine große Herausforderung für die Forschung. Wir bleiben gespannt!

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